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Lehrveranstaltungen

 

Bildung, Lebenslauf, Hochschule (BLH3): Soziologie der Hochschule und Hochschulskandale
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2017/2018)

 

Hochschulen gelten als ‚schwierige‘ Organisationen. In der Lehrveranstaltung geht es darum, weshalb, und darum, wie sich solche Organisationen analysieren lassen. Hochschule wird dabei als soziale Praxis und soziale Ordnung begriffen, die funktional auf zweierlei zielt: einerseits die Erzeugung, Speicherung und Distribution von Wissen, andererseits auf Persönlichkeitsbildung und die Herausbildung eines professionellen Habitus.

In der Veranstaltung geht es insbesondere um Themen wie Selbststeuerung und Fremdsteuerung sowie Normenkonformität und Normenkonflikte – und damit um Themen, die auch für die Betrachtung anderer Organisationen relevant sind. Ebenso gilt nicht nur für Hochschulen, sondern auch andere Organisationen, dass ihre Stärken und Schwächen vor allem dann erkennbar werden, wenn sie Irritationen zu verarbeiten haben.

Eine zugespitzte Form der Irritation ist regelmäßig gegeben, wenn eine Organisation Gegenstand einer Skandalisierung ist. Daher werden in der Lehrveranstaltung auch die Grundlagen einer analytischen Betrachtung von Skandalen gelegt und von jeder Teilnehmerin/jedem Teilnehmer ein konkretes Beispiel eines hochschul- oder wissenschaftsbezogenen Skandals untersucht.

 

Seminarplan

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Bildung, Lebenslauf, Hochschule (BLH3): Soziologie der Hochschule und Hochschulskandale
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2016/2017)

 

 

Bildung, Lebenslauf, Hochschule (BLH3): Soziologie der Hochschule
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2015/2016)

 

 

Bildung, Lebenslauf, Hochschule (BLH3): Soziologie der Hochschule
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2014/2015)

 

 

Bildung, Wissenschaft, Hochschule (BWH3): Soziologie der Hochschule
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2013/2014)

 

 

Bildung, Wissenschaft, Hochschule (BWH3): Soziologie der Hochschule
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2012/2013)

 

 

Bildung, Wissenschaft, Hochschule (BWH3): Soziologie der Hochschule
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2011/2012)

 

 

 

Halle-Neustadt: Wissensgeschichte einer (post)sozialistischen Planstadt 1964 bis zur Gegenwart
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2009/2010)

 

1964 begründet, weist Halle-Neustadt eine sequenzielle Doppelgeschichte auf: 25 Jahre DDR-Stadt und 20 Jahre Stadt(teil) im neuvereinten Deutschland. Im Zuge dessen wurde Halle-Neustadt zum doppelten Prototyp: erst der geplant expandierenden sozialistischen Stadt in der DDR und hernach der ungeplant schrumpfenden Stadt in Ostdeutschland. Beides war bzw. ist verbunden mit zwei verschiedenen symbolischen Stadtkonstruktionen, die an Halle-Neustadt adressiert wurden/werden. Die erste zielte auf die Realisierung eines „sozialistischen Wohnkonzepts“ und einer „sozialistischen Lebensweise“. Die zweite zielt auf einen produktiven Umgang mit der Schrumpfung.
Eine Ansiedlung wird erst dann zur Stadt, wenn sie ein Eigenleben entfaltet, das identitätsbildend wirkt. Hierzu gehört unter anderem, dass die Stadt ‚sich selbst denkt’. Damit wird sich das Seminar befassen: mit dem Ideenhaushalt Halle-Neustadts, d.h. mit der Geschichte und Gegenwart der auf Identitätsbildung zielenden Vorstellungen, die der Stadt entweder von außen angesonnen oder in ihr und durch sie produziert wurden bzw. werden – und wie damit umgegangen wurde bzw. wird. Der Bogen ist zu spannen von der „Sozialistischen Stadt der Chemiearbeiter“ zum – wie das hallesche Thema im Rahmen der IBA „Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010“ lautet – „Balanceakt Doppelstadt“. Unterwegs wird zu beantworten sein, ob und wie beides miteinander zusammenhängt.

Seminarplan

Seminarliteratur

 

 

 

Arbeitssoziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg von 1964-1990
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, SoSe 2009)

 

Das Seminar befasst sich mit der 1964 an der Universität Halle-Wittenberg neu instutionalisierten Soziologie – konstituiert als „marxistisch-leninistische Soziologie“ und politisch beauftragt, schwerpunktmäßig Arbeitssoziologie zu betreiben. Soziologie in der DDR war einerseits ‚linientreu’ und wurde andererseits misstrauisch beäugt, da die Gefahr bestand (oder es jedenfalls nicht ausgeschlossen werden konnte), dass empirische Arbeit die normativen Vorgaben unterläuft.
Wesentlicher Bestandteil der Arbeit des Seminars ist die Auswertung von Teilen des überlieferten Aktenmaterials der halleschen Soziologie.

Veranstaltungsbeschreibung

Seminarplan

Lektüreanleitung

Peer Pasternack: Aufbau zwischen zwei Zusammenbrüchen. Soziologie an der Universität Halle 1945 - 1990

Institutionenbiografie MLU-Soziologie 1964 - 1990

 

 

 

Lehrforschungsprojekt: Die Kontexte der Soziologie in Halle von 1964-1990: DDR-Wissenschaftspolitik, Martin-Luther-Universität, soziologische Fachgemeinschaft
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, SoSe 2008 – WiSe 2008/2009)

 

Das Lehrforschungsprojekt (LFP) schließt inhaltlich an das Seminar „Hallesche Soziologiegeschichte 1964-1990: Wissenschaft, Ideologie und Institution“ im Wintersemester 2007/2008 an; dieses besucht zu haben ist jedoch keine Teilnahmevoraussetzung. Das LFP befasst sich mit der 1964 an der Universität Halle-Wittenberg neu instutionalisierten Soziologie – konstituiert als „marxistisch-leninistische Soziologie“ (mit dem Schwerpunkt Arbeitssoziologie), zugleich aber misstrauisch beäugt, da die Gefahr bestand, dass empirische Arbeit die normativen Vorgaben unterläuft. Nachdem im Wintersemester 2007/2008 an einer Institu-tionenbiografie gearbeitet wurde (auf der nun aufgebaut werden kann), soll es jetzt um die Kontexte der halleschen Soziologie in den DDR-Jahren gehen: die DDR-Wissenschaftspolitik, die den allgemeinen Normenrahmen setzte; die Martin-Luther-Universität, in der die Soziologie ihren institutionellen Platz behaupten musste, und die soziologische Fachgemeinschaft der DDR, die den wissenschaftlichen Resonanzraum darstellte. Daneben können bei Interesse aber auch inhaltliche Fragen der soziologischen Forschungsarbeit in der DDR bearbeitet werden. Wesentlicher Bestandteil der Arbeit des LFP soll die Auswertung des überlieferten und bisher noch nicht bearbeiteten Aktenmaterials der halleschen Soziologie sein.

Veranstaltungsbeschreibung

 

 

 

Hallesche Soziologiegeschichte 1964-1990: Wissenschaft, Ideologie und Institution
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2007/08)

 

Das Seminar befasst sich mit der 1964 an der Universität Halle-Wittenberg neu instutionalisierten Soziologie – konstituiert als „marxistisch-leninistische Soziologie“ (mit dem Schwerpunkt Arbeitssoziologie), zugleich aber misstrauisch beäugt, da die Gefahr bestand, dass empirische Arbeit die normativen Vorgaben unterläuft. Einführend werden im Seminar die Besonderheiten von Hochschul- und Wissenschaftsgeschichte sowie die DDR-Soziologie-Geschichte kursorisch erschlossen. Im Anschluss daran soll es um die Erarbeitung einer Institutionenbiografie der halleschen Soziologie in den DDR-Jahren gehen. Dazu wird zunächst die einschlägige Literatur recherchiert und daraufhin ausgewertet, welche institutionenbiografischen Informationen daraus zu gewinnen sind: Personalausstattung, interne Struktur, Forschungsplanthemen usw. Ein abschließender Schritt wird ins Universitätsarchiv führen, um auch die unveröffentlichte Überlieferung auszuwerten.

Seminarplan

 

 

 

Hochschulen als Elemente des Stadtumbaus? Lehrforschungsprojekt
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, WiSe 2006/07 - SoSe 2007)

 

Seit 2002 läuft das Bund-Länder-Programm „Stadtumbau Ost“. Es war zunächst eine Reaktion auf die demografischen Verwerfungen in Ostdeutschland: Geburtenschwäche und Abwanderung, daraus folgend die segregationsbedingte Entstehung von stadträumlichen Problemzonen mit Leerstand und sozialer Problemverdichtung. In der öffentlichen Wahrnehmung allerdings hatte sich das Programm alsbald als Plattenbau Abrissprogramm festgesetzt; von „Umbau“ war nur wenig erkennbar.

In Sachsen-Anhalt wurde und wird daher eine Umsteuerung versucht: Im Rahmen der sog. „Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010“ sollen neue Ansätze der Aufwertung von städtischen Räumen erprobt werden; die ‚schrumpfende Stadt’ – bislang allein als Problem wahrgenommen – soll zum Ausgangspunkt eines Denkens von Chancen und neuen Möglichkeiten werden.

Hochschulen gelten per se als Innovationsagenturen einer Gesellschaft. Es läge daher nahe, dass sie in Regionalentwicklungsprozessen wie dem der Stadtumbau-Gestaltung eine prominente Rolle spielen. Ist dem so? Wenn ja, welche Rolle spielen sie konkret? Wenn nein, warum spielen sie keine angemessene Rolle? Welche Rolle sollten sie für sich definieren? Gelingen Stadtentwicklungsprozesse an solchen Orten besser, an denen auch Hochschulen vorhanden sind? Welche Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren lassen sich dabei identifizieren?

Mit solchen Fragen wird sich das über zwei Semester laufende Lehrforschungsprojekt befassen. Erlernt werden soll im Rahmen eines Lehrforschungsprojekts, wie auf systematischen Wegen und methodisch geleitet neue Erkenntnisse gewonnen werden können. Die Teilnehmer/innen sollen den professionellen analytischen Blick auf ein exemplarisches gesellschaftliches Problemfeld – also auch ein potenzielles späteres Arbeitsfeld – trainieren.

Lehrforschungsprojekte folgen einer konstruktivistischen Didaktik, d.h. der Seminarleiter fungiert nicht als ‚Unterrichtender’, sondern als Moderator und Coach eines im Übrigen von den SeminarteilnehmerInnen getragenen Prozesses. Dabei werden eingangs die zu bearbeitende Problemstellung präzisiert, Untersuchungsfragen formuliert, Untersuchungsmethoden bestimmt und Projektgruppen gebildet. Diese Gruppen bearbeiten im ersten Semester theoretische Grundlagen des Themas. Im zweiten Semester werden durch die Gruppen Einzelthemen innerhalb des Gesamtthemas empirisch bearbeitet. Am Ende stehen ein Forschungsbericht, der sich aus den Einzelergebnissen der Projektgruppen zusammensetzt, und dessen Präsentation im Institut für Hochschulforschung in Wittenberg.

Es versteht sich von selbst, dass eine Teilnahme an dem Projekt die Mitarbeit in einer der Projektgruppen und am Forschungsbericht erfordert. Soweit sich aus der Mitarbeit Studienabschlussarbeiten ergeben, wird die Gruppenarbeit auch nach Projektabschluss fortgesetzt.

Voraussetzung für die Teilnahme an der ersten Sitzung ist eine Internetrecherche zu den Aktivitäten der „Internationalen Bauausstellung Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010“ (Ausgangspunkt: http://www.iba-stadtumbau.de).

 

 

 

Universitäten im Umbruch
(Institut für Soziologie, Universität Halle-Wittenberg, SoSe 2006)

 

Häufig gelten Universitäten als im Umbruch befindlich. So auch heute. Dabei handelt es sich entweder um eine vertretbare Prozessbeschreibung oder um eine ungedeckte Dramatisierung. Wer es genauer wissen möchte, muss Kriterien entwickeln und an Hand dieser empirisch prüfen. Beides erscheint nicht ganz umstandslos. Denn Universitäten sind, was ihre Strukturen und Prozeduren betrifft, schon als vielerlei beschrieben worden: Anstalt, autonome Körperschaft, Gelehrtenrepublik, Elfenbeinturm, Kaderschmiede, organisierte Anarchie, lose gekoppeltes System, Innovationskatalysator, Dienstleistungsunternehmen und dgl. mehr. Einigungsfähig könnte aber immerhin sein, die Universität als eine Variante sozialer Ordnung zu begreifen. Dann lässt sich die Frage stellen, worin sich die jeweilige soziale Ordnung vor dem Umbruch von derjenigen nach dem Umbruch unterscheidet bzw. unterscheiden wird. Dazu werden in dem Seminar zunächst frühere Universitätsumbrüche behandelt, wobei exemplarisch die Geschichte der Universität Halle-Wittenberg genutzt wird. Daraus sollen dann die benötigten Kriterien entwickelt werden. Mit Hilfe dieser wird das heutige Universitätswesen in den analytischen Blick genommen: Der Seminartitel soll sich am Ende entweder als Überspanntheit von Zeitgenossen oder als realitätsadäquate Bewertung qualifizieren lassen.

Peer Pasternack: Die melancholerische Hochschule

 

 

 

Das Verhältnis zwischen Hochschule, Staat und Gesellschaft
(Wissenschaftliches Zentrum für Hochschul- und Berufsforschung, Universität Kassel, Masterstudiengang „Higher Education“, SoSe 2005)

Mind Map zum Seminar

 

 

 

Staatsmodernisierung und Willensbildung
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, WiSe 2001/2002)

Bekanntlich verhält sich Politikwissenschaft in etwa so zur Politik wie die akademische Medizin zur Krankheit. Nicht nur, dass kein Mensch Medizin studiert, um anschließend krank zu werden; es gibt auch zwei Arten, sich den Krankheiten zu nähern: analytisch, wie z.B. die Pathologie, oder interventionsorientiert, wie etwa die Chirurgie. Erstere verwendet die Hälfte ihrer Zeit darauf, solche Fälle zu ergründen, bei denen es ohnehin zu spät ist, dann aber genau angeben zu können, warum es zu spät war. Letztere sorgt dafür, dass etwas, das eigentlich nicht mehr ging, irgendwie doch wieder geht. Ganz ähnlich liegen die Dinge in der Politikwissenschaft. Es ist hilfreich, sich zu vergegenwärtigen, dass der klinische Einsatz die sog. vorklinische Ausbildung zwingend benötigt; hingegen lässt sich Pathologie notfalls auch betreiben, ohne fortwährend z.B. chirurgisch zu intervenieren. Daher wird sich das Seminar nicht damit befassen, wie politische Willensbildung unter Bedingungen von Staatsaufgabenreduzierung, New Public Management, Parteienverdrossenheit und Infotainment zu optimieren wäre. Statt dessen wird die Frage gestellt, wie sich politische Willensbildung unter Bedingungen der Staatsmodernisierung neu strukturiert und in welchem Verhältnis sie dabei zur Erzeugung verbindlicher Entscheidungen steht. Um es konkret zu machen, wird dies empirisch am Beispiel der Willensbildung in der Hochschulpolitik verhandelt. Methodisch wird sich das Seminar darauf konzentrieren, heuristische Grundfertigkeiten zu trainieren: Modell- und Hypothesenbildung, vergleichende Analyse, Identifizierung von Wesentlichem und Unwesentlichem innerhalb politischer Prozesse, schließlich eine adressatenbezogene Darstellung in zehnminütigen, also pointierten Referaten. Es wird davon ausgegangen, dass, wer von anderen Referaten profitiert, auch selbst eines halten sollte. Daher ist ein Referat Vor aussetzung für die Seminarteilnahme.

 

 

 

Wann ist Politik ,erfolgreich'?
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, SoSe 2001)

Vertreter eine Regierung teilen häufig mit, ihre Politik sei erfolgreich. Die jeweilige Opposition behauptet regelmäßig das Gegenteil. Beide Positionen arbeiten mit der impliziten Annahme, dass der Erfolg von Politik festgestellt und dargestellt werden könne. Das sehen Politikfeldanalyse und Evaluationsforschung meist ebenso. Ganz anders die Bürger und Bürgerinnen. Sie beklagen gern, dass alles immer schlimmer werde, während es früher noch ganz anders war. Doch Früher ist vorbei, und die Zukunft ist auch nicht mehr das, was sie mal war. Grund genug zu fragen, woran sich Erfolg in der Poltitik feststellen lässt, sofern es ihn geben sollte. Methodisch wird sich das Seminar darauf konzentrieren, heuristische Grundfertigkeiten zu trainieren: Modell- und Hypothesenbildung, vergleichende Analyse, Identifizierung von Wesentlichem und Unwesentlichem innerhalb politischer Prozesse , schließlich eine adressatenbezogene Darstellung in zehnminütigen, also pointierten Referaten. Es wird davon ausgegangen, dass, wer von anderen Referaten profitiert, auch selbst eines halten sollte. Daher ist ein Referat Voraussetzung für die Seminarteilnahme. Der Leistungsschein erfordert zusätzlich eine Hausarbeit.

 

 

 

Ziemlich komplex: Das Verhältnis von gesellschaftlichen Problemen und politischen Problemlösungen
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, WiSe 2000/2001)

Politische Problemlösungen funktionieren mitunter nicht oder nicht so, wie ihre Erfinder es sich gedacht haben. Dafür gibt es (neben weiteren) zwei Erklärungen, die recht beliebt sind, weil sie gleichermaßen einleuchtend wie akademisch anmuten. Sie entdecken die Ursache im Verhältnis von Problem und Problemlösung: Die eine Erklärung attestiert den Problemlösungen, unterkomplex zu sein, weshalb sie zwingend steckenbleiben müßten. Die andere macht den Umstand, daß die Problemlösungen überkomplex seien, dafür verantwortlich, daß sie fortwährend unterhalb der angezielten Veränderungen endeten. Bei beiden Erklärungen schwingt eine Unter-stellung mit, nämlich: es gebe so etwas wie eine den Problemen optimal entsprechende Problemlösungskomplexität. Wenn es diese gibt, dann wäre sie im Rahmen politischer Will ensbildungsprozesse zu bestimmen, in politische Programmatiken zu übersetzen und den relevanten Akteursgruppen als handlungsleitend zu vermitteln. Das Seminar wird all dies - theoretisch und anhand praktischer Beispiele - prüfen. Thematische Vorlieben der TeilnehmerInnen können bei den praktischen Beispielen gern berücksichtigt werden. Methodisch wird sich das Seminar darauf konzentrieren, heuristische Grundfertigkeiten zu trainieren: Modell- und Hypothesenbildung, vergleichende Analyse, Identifizierung von Wesentlichem und Unwesentlichem innerhalb politischer Prozesse, schließlich eine adressatenbezogene Darstellung in zehnminütigen, also pointierten Referaten. Es wird davon ausgegangen, daß, wer von anderen Refera-ten profitiert, auch selbst eines halten sollte. Daher ist ein Referat Voraussetzung für die Seminarteilnahme. Der Leistungsschein erfordert zusätzlich eine Hausarbeit.

 

 

 

Qualitätspolitik und ihre Wanderung durch die Politikfelder
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, SoSe 2000)

Die Ausdifferenzierung von Politikfeldern wird auch von einer korrigierenden Bewegung begleitet, welche die voneinander geschiedenen Sektoren wiederum vernetzt: bestimmte Politiken wandern von einem Politikfeld ins nächste, erzeugen dort zunächst Irritation, dann Begeisterung, schließlich Ernüchterung - doch unterdessen sind sie bereits im nächsten Feld. Das Seminar wird sich mit einem solchen Phänomen befassen und dieses in zwei Politikfeldern betrachten: Qualitätspolitik als Implementation eines strategisch angelegten Programms zur Durchsetzung qualitätszentrierter Prozeßgestaltungen - untersucht anhand (a) der New Public Management-orientierten Verwaltungsreformpolitik in Deutschland und (b) der von Qualitätsmanagement-Euphorie erfaßten deutschen Hochschulpolitik. Es wird darum gehen, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Implementat ionstrategien der Qualitätspolitiker in beiden Politikfeldern zu identifizieren, nach den Gründen für diese Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu fragen sowie die Adäquatheit der inhaltlichen Ansätze (New Public Management und/incl. Qualitätsmanagement) zu prüfen. Methodisch wird sich das Seminar darauf konzentrieren, die Grundlagen der Politikfeldanalyse zu erarbeiten bzw. zu wiederholen sowie heuristische Grundfertigkeiten zu trainieren: Modell- und Hypothesenbildung, vergleichende Analyse, Identifizierung von Wesentlichem und Unwesentlichem innerhalb politischer Prozesse, schließlich eine adressatenbezogene Darstellung in zehnminütigen, also pointierten Referaten.

 

 

 

Institutionen und politische Steuerung: Akteurzentrierter Institutionalismus, getestet am Beispiel der Hochschulpolitik
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, WiSe 1999/2000)

Was sind Institutionen? Worin unterscheiden sie sich von Organisationen? Wie funktionieren die einen und die anderen? Was tun individuelle und kollektive Akteure in und mit Institutionen? In welchem Verhältnis stehen politische Steuerung und gesellschaftliche Selbstregelung? Und ist all das ganz genau zu wissen auch für Menschen wichtig, die keine Professur anstreben? Diese Fragen sollen im Seminar am Beispiel der Hochschulpolitik beantwortet werden. Dabei wird der Ansatz des Akteurzentrierten Institutionalismus nach Renate Mayntz/Fritz W. Scharpf einem Test unterzogen - und zwar daraufhin, ob und wieweit er als analytischer Werkzeugkasten taugt, aus dem wir auch dann die eine oder andere Gerätschaft mit uns herumtragen sollten, wenn wir - die Seminarbeteiligten - später mal Journalistin, IHK-GeschäftsführerIn, Systemveränderer, RedenschreiberIn, EU-Beamter oder dgl. sein werden.

 

 

 

Föderalismus und Zentralstaatlichkeit. Die Hochschulpolitiken der DDR und der Bundesrepublik im Vergleich
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, SoSe 1999)

Inhaltlich soll herausgearbeitet werden, worin Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede politischer Prozesse innerhalb (a) eines föderalistischen und (b) eines zentralstaatlichen Handlungsrahmens bestehen. Da sich Vergleiche vorteilhafterweise an eng begrenzten Gegenständen durchführen lassen, beschränkt sich das Seminar - exemplarisch - auf die Hochschulpolitiken der vormals beiden deutschen Staaten. Zugleich soll damit herausgearbeitet werden, welche Grenzen und Leistungsfähigkeiten der bundesdeutsche Kultusföderalismus für aktuelle bildungspolitische Entwicklungen in sich birgt. Methodisch wird sich das Seminar darauf konzen-trieren, heuristische Grundfertigkeiten zu trainieren: vergleichende Analyse, Hypothesenbildung, Identifizierung von Wesentlichem und Unwesentlichem innerhalb politischer Prozesse, schließlich eine adressatenbezogene Darstellung. Gelernt werden soll, wie mit vertretbarem Aufwand zehnminütige Referate zustandekommen, die eine anschließende achtzigminütige Seminardiskussion auslösen.

 

 

 

Wie entsteht ein 'Megathema'? Bildung als Inhalt und Instrument in politischen Debatten
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, WiSe 1998/1999)

 

 

 

Die Implementation politischer Programme. Untersucht an Beispielen aus der Hochschulpolitik
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, SoSe 1998)

Ziel des Seminars ist es, die Fähigkeit zu erwerben, die Umsetzung eines beliebigen politischen Programms innerhalb eines fünfzehnminütigen Vortrags analytisch so darzustellen, daß zumindest nichts Überflüssiges und Falsches in der Darstellung enthalten ist. Methodisch konzentriert sich das Seminar deshalb darauf, im engeren die Identifizierung von Wesentlichem und Unwesentlichem, im weiteren die Systematik der Analyse und ihrer Darstellung zu trainieren. Ausschließlich diesen methodischen Fragen werden sich die ersten beiden Seminarsitzungen widmen. (Für die erste Sitzung wird die Kenntnis von Schubert 1991, S. 15-49, 69-79, 82-85 vorausgesetzt.) Mit der dritten Sitzung wird inhaltlich eingestiegen: Das Training der Politikfeldanalyse-Techniken soll durchgeführt werden, indem - exemplarisch - die Implement ation ausgewählter politischer Programme im Bereich der Hochschulpolitik untersucht wird. Die Beispiele werden sein: das gescheiterte Programm zur flächendeckenden Gründung von Gesamthochschulen in der Bundesrepublik der 70er Jahre; der abgeschlossene Umbau der ostdeutschen Hochschulen 1990ff.; das bislang noch erfolgsoffene Projekt einer Frauenuniversität, betrieben seit 1988.

 

 

 

Intermediäre Instanzen in der Hochschulpolitik: Interessenrepräsentation und Konfliktregulierung
(Institut für Politikwissenschaft, Universität Leipzig, WiSe 1997/1998)

Hochschulen werden in Deutschland (bis auf wenige private Ausnahmen) als staatliche Einrichtungen mit Autonomiebegünstigung unterhalten. Sie sind mithin staatliche staatsferne Anstalten, also nicht ohne Paradoxie. Das hat Auswirkungen. Die öffentliche Finanzierung der Hochschulen und die relative Freiheit ihres Tuns bringen eine asymmetrische Verteilung der Sanktionsgewalt mit sich. Der staatliche Geldgeber kann geben oder vorenthalten. Die Hochschulen müssen letztlich akzeptieren. Zugleich gibt es kein rationales Modell, mit dem sich In- und Output von Forschung & Lehre in einen planungsfähigen Zusammenhang bringen ließen: Die Bedin-gungen für das Erreichen von Erfolgen oder das Vermeiden von Mißerfolgen lassen sich angesichts der Komplexität der Faktoren nicht vorweg festlegen. (Luhmann) Was bleibt, sind Aushandlungsprozesse. Um in einem solch prekären Politikfeld Interessen zur Geltung bringen und Konflikte regulieren zu können, spielen intermediäre Instanzen eine besondere Rolle. Deren gibt es zahlreiche, als Pressure groups und Pufferinstanzen, ingestalt von Verbänden wie kollektiven Akteure auf der sog. Dritten Ebene, der Bund-Länder-Koordinierung: HRK, KMK, BLK, WiRa, DFG, DHV, BFW, BdWi und andere. Auflösung erfolgt im Seminar. Daneben wird es um die Beantwortung folgender Fragen gehen: Welche Interessen repräsentieren die einzelnen intermediären Akteure? Welche Interessen vermitteln sie ggf. bereits intern durch ihre Konstruktion? Welche Sanktionspotentiale der Exekutive resp. der Hochschulen vermögen intermediäre Akteure auszunutzen und zu stärken? Welche Techniken der Konfliktregulierung werden entwickelt und angewandt?